Man kann es sich auch einfach machen. Nimm zum Muskelaufbau mehr Kalorien als notwendig zu dir und zum Körperfettabbau weniger wie eigentlich benötigt. WAS man isst und wie sich die Kalorien zusammensetzen ist völlig egal. Aber stimmt das überhaupt? Ist Kalorie gleich Kalorie?

DAS sagt die Theorie

In der Theorie spricht einiges dafür, dass eine Kalorie nicht gleich einer Kalorie sein kann. Denn es gibt Unterschiede in der Verstoffwechslung von Protein, Fettsäuren und innerhalb der Makronährstoffgruppe der Kohlenhydrate (z.B. Fructose).

Einer der gewichtigsten Punkte zu dieser Fragestellung befasst sich mit dem thermischen Effekt sowie der tatsächlichen Energie-Effizienz unterschiedlicher Makronährstoffe. Gemeint ist damit die für unseren Körper tatsächlich verwendbare Energie aus derselben Menge Protein, Kohlenhydrate und Fett und gerade hier gibt es große Unterschiede wie beigefügte Darstellung zeigt.

Pfade der Energieproduktio und deren Effizienz

Letztlich geht es immer darum, wie viel ATP im Rahmen der Verstoffwechslung eines Energiesubstrates hergestellt werden können. Bei ATP handelt es sich um die essentielle Energiequelle unseres Körpers, in die letztlich alle Substrate umgebaut werden müssen, bevor wir sie als Energie für „Arbeit“ einsetzen können.

Eine große Hausnummer in diesem Spiel ist der sog. Thermic Effect of Food (TEF). Er bezeichnet eine erhöhte Stoffwechselrate, die nach dem Verzehr einer Mahlzeit auftritt. Es gehen bei der Aufnahme und Verstoffwechslung von Fetten 2% des enthaltenen Brennwerts, bei Kohlenhydraten 7% des enthaltenen Brennwerts und bei Protein 30% des enthaltenen Brennwertes verloren.

Diese Tatsache macht Fett als Energiequelle nicht nur in Sachen Energiedichte pro Gramm, sondern auch in der tatsächlichen Energieausbeute unter Berücksichtigung des TEF zum unschlagbaren Energieträger.

Was geschieht mit den genannten Prozentangaben? Ganz einfach: Sie sorgen für eine kleine aber feine Erhöhung der Körpertemperatur und werden schlichtweg zu Wärme umgewandelt, die unseren Körper verlässt.

Im Rahmen des TEF zeigen sich neben der reinen Betrachtung der Makronährstoffverwertung weitere Unterschiede. Studien zeigen, dass der TEF bei sportlichen Personen höher ausfällt als bei unsportlichen Zeitgenossen. Auch die Versorgungssituation verändert den TEF ebenso wie die vorherrschende Körperzusammensetzung. Studien zeigen, dass schlanke Personen (KFA bei Männern unter 13%) im Vergleich zu Adipösen in Ruhe einen 70% höheren TEF aufweisen. Unter Belastung gehen die Unterschiede noch weiter auseinander, wie beispielsweise direkt nach sportlicher Aktivität, wo sich der TEF um 175% erhöht. 30 Minuten nach einer intensiven sportlichen Belastung ist ein um 316% erhöhter TEF messbar.

Fazit

Aus der theoretischen Betrachtung gehen keinerlei Zweifel hervor

EINE KALORIE IST NICHT GLEICH EINER KALORIE

Das Cheating-Paradoxum

Eine Beobachtung, die besonders bei diätenden „Cheatern“ immer wieder gerne auftritt, ist das „Cheating-Paradoxum“. Nehmen wir einmal die Situation eines richtigen Cheating-Days. Es ist erlaubt alles zu essen. Egal wie viele Kalorien es sind. Diätende nehmen an solchen Tagen oftmals mehrere tausend Kalorien auf und erreichen einen kalorischen Überschuss von ebenfalls mehreren tausend Kalorien.

Mit gezielt eingesetzten Cheating-Days ist es möglich das Körpergewicht und auch den Körperfettgehalt in bestimmten Situationen nachhaltig zu reduzieren. Wäre eine Kalorie gleich einer Kalorie, wäre so etwas nicht möglich. Aber es ist so!

Zurückzuführen ist diese Beobachtung sicher auf mehrere Gegebenheiten, allen voran auch hier auf eine drastische Erhöhung des TEF. Jeder „Cheater“ kennt es, dass sie während des Essens wie verrückt zu schwitzen beginnen. Das ist der TEF: Es findet eine Verschwendung von Kalorien „par excellence“ statt. Auch Hormone wie Leptin sowie an der Verstoffwechslung beteiligte Enzyme werden an solchen Ausnahmetagen ordentlich durcheinander gewürfelt und tragen ihren Teil zu den Resultaten bei.

eBookBanner

Fazit

Insgesamt zeigt das Cheating-Paradoxum dass eine Kalorie niemals gleich einer Kalorie bewertet werden kann.

Resümee

Teil 1 offenbart relativ klare Ergebnisse. Wäre der Artikel hier zu Ende würde ich ganz klar schreiben das eine Kalorie niemals gleich einer Kalorie sein kann.

In Teil 2 möchte ich aber unbedingt noch die Ergebnisse aus Studien zu Wort kommen lassen, sowie eine weitere interessante Sichtweise in die Recherche mit einbringen, bevor ich mein anschließendes Fazit ausspreche.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Wünschen

Sportlicher Gruß

Holger Gugg

Quellen:

http://www.bodyrecomposition.com/fat-loss/is-a-calorie-a-calorie.html

Frank Sacks (Harvard School of Public Health, Boston) et al.: New England Journal of Medicine, Bd. 360, Nr. 9

http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1001695/Kalorien-sind-Kalorien/

http://online.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/154041903322716688

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/662209

Brehm BJ, Seeley RJ, D’Alessio DA: Randomized trial comparing a very low carbohydrate diet and a calorie-restricted low fat diet on body weight and cardiovascular risk factors in healthy women. J Clin Endocrinol Metab 88: 1617 – 1623 (2003)

Samaha FF, Iqbal N, Seshadri P, Chicano KL, Daily DA, McGrory J, Williams T, Williams M, Gracely EJ, Stern L: A low-carbohydrate as compared with a low-fat diet in severe obesity. N Engl J Med 348: 2074 – 2081 (2003)

Sondike SB, Copperman M, Jacobson MS: Effects of a low-carbohydrate diet on weight loss and cardiovascular risk factors in overweight adole scents. J Pediatr 142: 253 – 258 (2003)

Dansinger ML, Gleason JA, Griffith JL, Selker HP, Schaefer JE: Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchers, and Zone Diets for Weight Loss and Heart Disease Risk Reduction. J Am Med Ass 293: 43 – 53 (2005)

Foster GD, Wyatt HR, Hill JO; McGuckin BG, Brill C,Mohammed S, Szapary PO, Rader DJ, Edman JS, Klein S: A randomized trial of a low – carbohydrate diet for obesity. N Engl J Med 348: 2082 – 2090 (2003)

Nordmann AJ, Nordmann A, Briel M, Keller U, Yancy WS, Brehm BJ, Bucher HC: Effects of low-arbohydrate vs low-fat diets on weight loss and cardiovascular risk factors. A meta-analysis of randomized controlled trials. Arch Int Med 166: 285 – 293 (2006)

Stern L, Iqbal N, Seshadri P, Chicano KL, Daily DA,McGrory J, Williams M, Gracely EJ, Samaha FF: The effects of low-carbohydrate versus conventional weight loss diets in severely obese adults: one-year follow-up of a randomized trial. Ann Intern Med 140: 778 – 785 (2004)

Yancy WS, Olsen MK, Guyton JR, Bakst R, Westmann WC: A low-carbohydrate, ketogenic diet versus a low-fat diet to treat obesity and hyperlipidemia. Ann Intern Med 140: 769 – 777 (2004)

Volek JS, Fernandez ML, Feinman RD, Phinney SD: Dietary carbohydrate restriction induces a unique metabolic state positively affecting atherogenic dyslipidemia, fatty acid partitioning, and metabolic syndrome. Prog Lipid Res 47: 307 – 318 (2008)

Krieger JW, Sitren HS, Daniels MJ, Langkamp-Henken B: Effects of variation in protein and

carbohydrate intake on body mass and composition during energy restriction: a metaregression 1. Am J Clin Nutr 83: 260 – 274 (2006)

Feinman RD, Fine EJ: Thermodynamics and metabolic advantage of weight loss diets. Metab Syndr Relat Disord 1: 209 – 219 (2003)

Meckling KA, Sherfey R: A randomized trial of a hypocaloric high-protein diet, with and without exercise, on weight loss, fitness, and markers of the Metabolic Syndrome in overweight and obese women. Physiol Nutr Metab 32: 743 – 752 (2007)

http://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article106391703/Kalorie-ist-gleich-Kalorie-Voellig-falsch.html

http://aesirsports.de/2012/06/wenn-die-logik-nicht-greift-teil-iii-eine-kalorie-ist-eine-kalorie/

eBookBanner

>> Ich erstelle Dir Deinen besten Trainingsplan